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Freitag 09:05 Uhr Bayern 2

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Der Nacktmull Wenn es auf die inneren Werte ankommt Der Axolotl Ein Leben im Larvenstadium Das Kalenderblatt 30.9.1861 Urvogel Archaeopteryx beschrieben Von Katharina Hübel . Der Nacktmull - Wenn es auf die inneren Werte ankommt Von Bernhard Kastner / Regie: Eva Demmelhuber Er ist unglaublich hässlich - und unglaublich interessant: der Nacktmull. Das kleine, komplett nackte Nagetier mit den vorstehenden Zähnen und der faltigen Haut, lebt in Kolonien bis zu 300 Tieren in Afrika. Eine straffe Organisation, wie man sie sonst nur bei Insektenvölkern kennt, durchzieht das Leben eines Nacktmulls. An der Spitze des Nacktmull-Staates steht die Königin, die zusammen mit ihrem Pascha sämtliche Nachkommen der Gruppe zeugt. Die restlichen Tiere sind in der Kinderaufzucht tätig, arbeiten als Bauarbeiter an der Erweiterung der weitverzweigten unterirdischen Baue, oder stellen sich als Soldaten mutig gegen mögliche Eindringlinge. Dabei herrscht ein rauer Umgangston, gerade die Königin ist immer wieder in blutige Kämpfe mit Rivalinnen verwickelt, die ihren Thron besetzen wollen. Doch nicht nur ihr auffallendes Sozialleben fasziniert die Wissenschaft, Nacktmulle sind gerade für die Medizin hochinteressante Forschungsobjekte. Denn die Tiere werden für Nager unglaublich alt, sie sind nahezu schmerzunempfindlich und sie haben ein extrem gut funktionierendes Immunsystem, das sie gegen vielerlei Gifte und Krankheiten immun macht. Doch das für die Forschung wohl interessanteste Geheimnis ist: Nacktmulle bekommen niemals Krebs. Erstsendung 6. Oktober 2017 Der Axolotl - ein Leben im Larvenstadium Autorin: Isabel Pogner / Regie: Eva Demmelhuber Der kleine Wasserdrache hält einige Rekorde: Der Axolotl ist das erste nicht heimische Aquarien-Haustier, das älteste Labortier und das Tier mit dem größten, erforschten Genom. Ein Axolotl-Gen ist zehnmal so groß wie das eines Menschen. Dank ihrer Gene können Axolotl verletztes Gewebe nachbilden. Sogar Teile von Gehirn, Rückenmark und Herz. Forscher arbeiten auf Hochtouren, um herauszufinden, wie man diese Fähigkeit in der Medizin einsetzen kann. Allerdings war dies nicht das Erste, was die Forscher von den kleinen Molchen wissen wollten. Denn der Axolotl sieht aus wie eine überdimensionale Kaulquappe. Im 19. Jahrhundert fragten sich die Forscher deshalb: Ist das eine Larve oder ein erwachsenes Tier? Die Antwort: Irgendetwas dazwischen. Die Entwicklung dieser Tiere stoppt in der Metamorphose. Nur etwa jedes tausendste Tier wird erwachsen. Wahrscheinlich entwickelten die Molche diese Peter Pan-Strategie, um zu überleben. Denn zu Dinosaurier-Zeiten gingen die Axolotl noch an Land. Nach der Eiszeit trocknete dann aber Mexiko, die Heimat der Axolotl aus. Die Molche blieben kurzerhand unter Wasser, um ihre schleimige Hautschicht vorm Austrocknen zu bewahren. Die Natur hat sich also einiges einfallen lassen, um die Wassermonster bis in die Gegenwart überleben zu lassen. Jetzt kann der Axolotl vielleicht der Wissenschaft helfen, sich etwas gegen Krankheit und Altersbeschwerden der Menschen einfallen zu lassen. Erstsendung 5. April 2019 Moderation: Birgit Magiera Redaktion: Berhard Kastner

Freitag 15:05 Uhr SWR2

SWR2 Feature

"Wir haben die Leiche in Stücke geschnitten." Patrice Lumumba - Chronik eines politischen Mordes Von Thomas Giefer (Produktion: WDR 2004) 1961 verschwand Patrice Lumumba, der erste Ministerpräsident des unabhängigen Kongo, spurlos. 40 Jahre später entstand dieses bestürzende Feature über Lumumbas brutale Ermordung. Zum ersten Mal packen Mörder, Mitwisser und Hintermänner aus: Belgische Militärs und Polizisten kommandierten das Hinrichtungskommando, brave Kolonialbeamte sorgten für den reibungslosen Ablauf des Verbrechens und für die anschließende Vertuschung. Nichts sollte übrig bleiben von dem Mann, der es gewagt hatte, für sein Land Unabhängigkeit, Respekt und Gleichberechtigung zu verlangen.

Freitag 19:05 Uhr BR-Klassik

BR-KLASSIK - Das Musik-Feature

Der Intonator kehrt zurück Ludwig Senfls Kompositionen auf dem Adlersberg Von Markus Vanhoefer Wiederholung am Samstag, 14.05 Uhr Renaissance-Klänge sind längst nicht mehr eine Sache ausschließlich fürs akademisch-verstaubte Proseminar. Wie ist es, wenn man aus alten Original-Noten singt? Welche Belohnung lockt bei einer musikalischen Schnitzeljagd? Und was hat uns ein Komponist heute noch zu sagen, der vor 500 Jahren lebte, mitten in den Umbrüchen der Reformationszeit? Drei Tage lang, vom 5. bis 7. August 2022 ist das ehemalige Dominikanerinnenkloster Adlersberg bei Regensburg Schauplatz für ein Festival. Zwischen Biergarten und Badesee lädt das Vokal-Ensemble Singer Pur zur Begegnung mit Ludwig Senfl, einem Meister an der Schnittstelle vom Spätmittelalter zur Renaissance, den Herzog Wilhelm IV. von Bayern einst zum "musicus intonator" ernannte. Die Sendung ist sowohl Komponisten-Porträt als auch Festival-Bericht. Sie präsentiert Mittschnitte der Konzerte in der Adlersberger Klosterkirche und lässt WissenschaftlerInnen zu Wort kommen, die sich in einer Akademie mit dem Münchner Hofmusiker auseinandersetzen. Als Kontrapunkt zu Senfls "alter" Musik präsentieren die "Singer Pur Tage" den englischen Gegenwartskomponisten Gavin Bryars.

Freitag 20:05 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Macht, Lügen und Geheimnisse Frankreichs Starautorin Leila Slimani Von Simone Hamm Regie: Günther Maurer Produktion: SWR/Deutschlandfunk 2022 Leila Slimani interessiert sich für die düsteren Seiten der Menschen. Ihre Romane sind schockierend, ihre Frauenfiguren sperrig. Sie schreibt über ihre in Marokko lebende Großmutter und deren hartes Leben, über eine Pariser Kindsmörderin, über eine Sexsüchtige. Leila Slimani gilt als eine der wichtigsten literarischen Stimmen Frankreichs. Sie wurde 1981 in Rabat/Marokko geboren, kam 1999 nach Paris. Ihre Stimme will sie den einfachen Frauen geben, denen, deren Geschichten sonst nie erzählt würden. Etwa ihrer französischen Großmutter, die als junge Frau der Liebe wegen mit einem marokkanischen Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg nach Marokko ging. Dem mordenden Kindermädchen in der liberalen Pariser Familie oder der sexsüchtigen Arztfrau. Sie interessiert sich für die düsteren, die obskuren Seiten der Menschen, die Abgründe. Ihre Romane sind spannend und schockierend. In Paris ist ein regelrechter Hype um sie entstanden. Die 41-jährige Autorin ist nach Lissabon gezogen, um an ihrer Familientrilogie zu schreiben. Deren zweiter Band "Schaut, wie wir tanzen" ist gerade auf Deutsch erschienen. Unsere Autorin hat sie in Lissabon besucht. Macht, Lügen und Geheimnisse

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